Keine Chance den Zecken!


Jetzt krabbeln sie wieder! Vielen Hundehaltern geht es nach dem ersten richtigen Frühlingsausflug vielleicht ähnlich: Im Fell ihres Lieblings krabbelt ein winziges spinnenähnliches Getier herum oder hat sich sogar schon festgesaugt und steckt nun wie eine kleine Warze in der Hundehaut – eine Zecke!

„Zecken werden bei Temperaturen ab sieben Grad aktiv und begeben sich auf die Suche nach einem Opfer, dessen Blut sie saugen können. Sie verlassen dafür die schützende Laubschicht, in der sie den Winter überdauert haben und lauern im hohen Gras und Gebüsch auf ihre warmblütigen Wirte“, weiß Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.

Meist werden die Plagegeister aus dem Gras und Gesträuch abgestreift, sie bohren sich aber nicht gleich fest, sondern suchen zunächst bis zu zwei Stunden lang nach einer geeigneten dünnhäutigen Körperstelle wie die Innenseite der Schenkel, Kopf, Ohren, Zwischenzehenbereich, Afterregion oder den Unterbauch. Noch nicht ausgewachsene Zecken, die Larven und Nymphen, sind besonders an Ohrrändern, Ohrmuscheln, Augenlidern und im Schnauzenbereich zu finden. Nach dem Spaziergang sollte der Hund darum immer besonders gründlich vor allem in diesen Bereichen auf Zecken untersucht werden. So hat man die Chance, den Parasiten zu entfernen, bevor er mit seiner Blutmahlzeit beginnt.

Das ist derzeit die wichtigste vorbeugende Maßnahme zum Schutz von Hunden.Prof. Dr. Mantel: „Das eigentlich gefährliche am Zeckenbefall ist nämlich nicht der Blutverlust durch den saugenden Parasiten. Problematisch ist, dass mit dem Speichel der Zecke gefährliche Krankheitserreger abgegeben werden. Da einige dieser Erreger erst nach zwölf bis 24 Stunden übertragen werden, ist eine rasche Entfernung der Zecke wichtig!“
Für Hunde relevante Krankheiten sind z.B. die durch den „Holzbock“ übertragene Borreliose und die Babesiose, die von der Auwaldzecke verbreitet wird. Die größere und durch ihr geflecktes Rückenschild (darum auch „Buntzecke“) vom Holzbock zu unterscheidende Auwaldzecke stammt ursprünglich aus dem südlichen Europa, ist aber mittlerweile in ganz Deutschland anzutreffen. Ihr bevorzugter Standort sind lichte Wald- und feuchte Wiesenbiotope, besonders häufig kommt die Auwaldzecke auch auf ehemaligen Rieselfeldern oder anderen Flächen vor, die gerne für den Hundeauslauf genutzt werden.„Die Gefahr einer Infektion infolge eines Zeckenbisses ist regional unterschiedlich. Dazu berät der Tierarzt – er weiß auch, welche Mittel in welcher Situation, z.B. auf Reisen, sinnvoll sind.

Bei starkem Befall ist es ratsam, das Tier bis zum Ende der Zeckensaison regelmäßig zu behandeln. Da wirksame Mittel, die Zecken abhalten oder sogar töten, bei unsachgemäßer Anwendung besonders für Katzen gefährlich sein können, sollten sie nur direkt beim Tierarzt erworben werden“, so Mantel weiter.

Ruckzuck rausgezogen: So wird die Zecke richtig entfernt:

 

  • Die Zecke mit einer speziellen Zeckenzange oder mit den Fingern so dicht an der Einstichstelle wie möglich (zwischen Haut des Tieres und Zecken“kopf“) fest fassen ohne sie zu quetschen.
  • Dann vorsichtig, gefühlvoll aber beherzt und möglichst gerade herausziehen. Ein Drehen sollte vermieden werden! 
  • Nagellack, Öl oder Ähnliches niemals auf die Einstichstelle und die Zecke träufeln! Das wurde früher geraten, begünstigt aber die Übertragung von Krankheitserregern, weil die Zecke durch den „Stress“ ihren mit Erregern „verseuchten“ Mageninhalt in die Wunde entleert. 
  • Achtung: Wenn ein Teil der Zecke in der Haut steckenbleibt – meist der winzige schwarze Kopf, an dem noch die acht Beine hängen – kann sich diese Stelle entzünden. In diesem Falle unbedingt den Tierarzt aufsuchen!
  • Nymphen, das sind die frühen und sehr kleinen Entwicklungsstadien der Zecke, werden oft übersehen und lassen sich aufgrund ihrer geringen Größe auch schwer entfernen. Im Zweifel darum ebenfalls einen Tierarzt aufsuchen – er kennt das Problem und entfernt die Zecke fachmännisch.

 

Übrigens: Nicht nur Hunde und Katzen, auch der Mensch sollte auf Zecken kontrolliert werden!Da Zecken gerne über die Hosenbeine auf den Menschen krabbeln und in dessen dünner Haut garantiert eine gute „Bissstelle“ finden, ist es wichtig, auch die eigene Kleidung/Körper nach Zecken abzusuchen. Neben der in einigen Gebieten Deutschlands relevanten Gehirnhautentzündung FSME können Zecken die auch für Menschen tückische Borreliose übertragen. Und gegen die gibt es im Gegensatz zur FSME momentan noch keinen Impfstoff.

 

(Quelle: http://www.bundestieraerztekammer.de/index_btk_presse_details.php?X=20130417090448)