Ist die Räude beim Hund noch aktuell?
 
Die Sarkoptesräude („Fuchsräude“) ist beim Hund gar nicht so selten. Sie kommt in unserer Region sogar relativ oft vor. Leider wird die Krankheit oft nicht erkannt. Ausgelöst wird die Erkrankung durch die Milbe Sarcoptes canis . Meist ist der Fuchs der Überträger. Die Krankheit ist hochgradig ansteckend. Neben der direkten Übertragung durch Kontakt mit einem kranken Fuchs ist nach unseren Feststellungen offenbar auch eine indirekte Übertragung möglich, wenn z.B. Haare oder Hautkrusten des Fuchses auf die Haut des Hundes gelangen. Auch von Hund zu Hund ist natürlich eine Ansteckung möglich und auch Menschen und Katzen können sich anstecken.


Verkrustete Papeln und Schuppen und vor allem ein hochgradiger Juckreiz erscheinen vor allem am unteren Bauch sowie an Ellenbogen, Sprunggelenken und mehr oder weniger ausgeprägt an den Ohraußenseiten. Manche Hunde haben sich alle Haare von der Ohraußenseite gekratzt, bei anderen findet man eventuell nur vereinzelte Papeln am Ohrgrund Intensive Selbstverletzung durch Kratzen, Lecken und Benagen führt zu einer sekundären bakteriellen Infektion der Haut. Die Diagnostik kann durch Hautgeschabsel versucht werden. Es sind immer mehrere Hautgeschabsel notwendig. Trotzdem gelingt es nicht immer, die Milben zu finden. Wenige Milben genügen aber, um bei gesunden Hunden einen sehr heftigen Juckreiz auszulösen. Es findet offensichtlich eine allergische Reaktion gegenüber den Sarkoptesmilben statt. Bei manchen Hunden sind allerdings massenhaft Milben vorhanden, ohne dass nennenswerter Juckreiz auftritt. Möglicherweise ist bei diesen Hunden die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems eingeschränkt. Ein serologischer Test (Blutuntersuchung) ist aussagefähig. Er funktioniert allerdings erst ca. 4 Wochen nach erfolgter Infektion und bleibt dann für 6 – 12 Monate positiv.

 

Für die Therapie hat sich nach unseren Erfahrungen die wiederholte Anwendung von Avermectin über mehrere Monate nach einem speziellen Therapieplan bewährt.  Der bisher übliche Einsatz von Ivermectin - Injektionen kann zu erheblichen Nebenwirkungen führen. Gleichzeitig müssen Antbiotika gegen die bakteriellen Infektionen der Haut eingesetzt werden. Zur Minderung des Juckreizes sind Kortison - Präparate geeignet. Sie wirken aber nicht so gut wie z.B. bei einer Atopie, so dass in der ersten Woche Dexamethason zur Minderung des Juckreizes eingesetzt werden sollte.

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